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Reederei:
Deutsche Atlantik Linie
Werft:
Howaldtswerke Deutsche Werft, Hamburg
Tonnage:
25022 BRT
Stapellauf:
21.02.1968
Länge:
194,70m
Breite:
26,60m
Jungfernfahrt: 28.03.1969
Namen: TS
Hanseatic, TS Maksim Gorkiy, TS Maxim Gorkiy, TS Maxim M
Schiffshorn/Typhon
(www.schiffsphoto.de)
TS Hamburg-Marsch
(www.club-ts-hamburg.de)
Video:
Von der TS Hamburg zur Maxim Gorkiy
Deckpläne
Die TS
Hamburg wurde in Hamburg bei den Howaldtswerken Deutsche Werft gebaut und ist trotz ihres
bewegten Lebens noch immer im aktiven Dienst. Sie besitzt eine Geschwindigkeit von 22 Kn
und ist auf Grund ihrer Turbinen ungewöhnlich leise. Das Schiff hat einen Tiefgang von ca.
8,50m sowie Stabilisatoren und liegt selbst bei stärkeren Seegang ruhig im Wasser. An Bord
finden in 326 Kabinen bis zu 780 Passagiere platz, die Mannschaftsstärke beträgt
340. Das Schiff besitzt einen Innen- und Außenpool, eine kleine Kapelle (heutzutage
auf so gut wie keinem Kreuzfahrtschiff zu finden) sowie im Heckbereich ein großes Kino,
welches fast die gesamte Breite des Schiffes einnimmt. Die Kabinen befinden sich
hauptsächlich auf drei Decks, durch die ein fast 3m breiter Mittelgang führt. Somit bietet
es dem Passagier eine große Übersichtlichkeit und das Gefühl von Geräumigkeit.
Am 10.
Oktober 1966 wurde der Bau des ersten deutschen Nachkriegspassagierschiffes beschlossen und
am 28. Oktober unterzeichnete man den Vertrag mit der Bauwerft. Die Kiellegung fand am 21.
Juli 1967 auf Helgen 18 statt. TS Hamburg verfügt über 255 Spanten bis zur äußersten Spitze
des Oberdecks, die im Vor- und Achterschiff 600mm, im Mittelschiff zwischen 700 und 740mmm
voneinander entfernt liegen. Der Stapellauf erfolgte am 21. Februar 1968. Die Taufpatin der
TS Hamburg war Marie-Luise Kiesinger, die Gattin vom damaligen Bundeskanzlers Kurt Georg
Kiesinger. Vom 12.-15. Februar 1969 erfolgten die Probefahrten und am 22. März 1969 wurde
die TS Hamburg in Dienst gestellt. Da das Schiff von Anfang an als Kreuzfahrer vorgesehen
war, war die Jungfernreise am 28.03. eine Galareise nach Westafrika und Südamerika, die 36
Tage dauerte.
Am 25.
September 1973 wurde sie in Hanseatic umbenannt. Am 1. Dezember 1973 stellte die in
finanzielle Schwierigkeiten geratene Deutsche Atlantik Linie den Betrieb ein. Somit wurde
die Hanseatic in Hamburg aufgelegt, bis über ihr weiteres Schicksal entschieden
wurde.
Ein Verkauf
an die HAPAG-Lloyd für 50 Millionen scheiterte. Danach lagen noch zwei weitere Angebote
vor: von der japanische Ryutsu Kaiun K.K. und von der amerikanischen Robin International
Cooperation. Den Zuschlag erhielt für 62 Millionen Mark das amerikanische Unternehmen,
welches das Schiff als „Strohmann“ für die sowjetische Staatsreederei erworben hatte. Am
25. Januar 1974 wurde die Hanseatic der Black Sea Shipping & Co. (BLASCO) übergeben.
Von nun an befuhr die Ex-Hamburg als Maksim Gorkiy die Weltmeere.
Doch bevor
sie zahlende Passagiere an Bord nahm, wurde auf ihr der Film 18 Stunden bis zur Ewigkeit
mit Omar Sharif gedreht. Ironischerweise wiederholte sich der Inhalt des Filmes, denn im
November 1975 explodierten zwei Bomben auf einer Überfahrt nach New York. Ohne ernsthaften
Schaden konnte die Maksim Gorkiy die Bethlehem Steel Werft in Hobooken
erreichen.
Der deutsche
Kreuzfahrtveranstalter Neckermann (NUR) charterte die TS Maksim Gorkiy 1975. So kamen
erneut deutsche Gäste in den Genuss auf der schönen Hamburgerin zu reisen.
Am 18. September 1980
ereignete sich ein ungewöhnlicher Vorfall, denn die Maksim Gorkiy wurde nicht im New Yorker
Hafen abgefertigt als Grund wurde der Protest gegen die Vorgehensweise im Afghanistan
Konflikt genannt. So ankerte das Schiff vor Staten Island und die Passagiere wurden mit
Hafenfähren aufs Festland gebracht.
Vom 29. April bis 02.
Juni 1988 wurde die Maksim Gorkiy bei der Lloyd Werft in Bremerhaven umfangreich
modernisiert. Im September wurde das Schiff von der Firma Phoenix-Reisen Bonn gechartert,
nachdem NUR die neue Vasco da Gama als Nachfolger in Dienst stellen wollten. Seitdem ist
sie zum Liebling der Deutschen Kreuzfahrer geworden. Eine alte Lady mit dem Charme einer
„echten Hamburgerin“.
TS Maksim Gorkiy geriet 1989 erneut in die Schlagzeilen. Am 19. Juni befand
sie sich mit 575 Passagieren und 378 Besatzungsmitgliedern auf der großen Nordlandreise,
die über Island, Spitzbergen nach Norwegen führt. Kurz vor Mitternacht beschädigte sich das
Schiff den Rumpf auf Grund von Packeis oder einem Unterwasserriff. Die Passagiere wurden
evakuiert, denn der vordere Teil des Schiffes war bereits bis zum Hauptdeck gesunken. Die
um 3Uhr morgens eintreffende Senja der norwegischen Küstenwache nahm die Passagiere an Bord
und unterstützte die Lecksicherungsarbeiten. Nachdem die Maksim Gorkiy in einer Bucht in
Spitzbergen provisorisch repariert wurde, machte sie sich auf den Weg zur Lloyd Werft in
Bremerhaven. Eintreffen: 4. Juli. Am 17. August kam sie wieder in Fahrt.
Am 2. und 3. Dezember
1989 war die Maksim Gorkiy erneut in aller Munde, denn auf ihr hielten die
damaligen Präsidenten der Supermächte USA und UdSSR - George
Bush und Mikhail Gorbatschow - eine Konferenz ab. Das Schiff ankerte zu dieser Zeit
vor Malta.
Mit dem Zusammenbruch
der UdSSR kam auch das Ende für die Black Sea Shipping & Co. Im Dezember 1991 wurde das
Schiff auf den Bahamas registriert. Der Heimathafen der Maxim Gorkiy ist seitdem Nassau.
Regelmäßig ist das Schiff Gast bei Blohm & Voss im Dock 17. 1995, 1998 und 2001 wurde
sie vollständig modernisiert und auf den neusten Stand der Technik gebracht. So besitzt die
Maxim eine Müllverbrennungsanlage sowie Meerwasser-Entsalzungsanlagen.
Bei ihrem Aufenthalt vom
3. bis 23. Dezember 2005 wurde sie optisch an die Phoenix-Farben angepasst. Die russische
Flagge mit dem Socvomflot Logo am markanten Schornstein wurden gegen den Albatros und
gelben Stern eingetauscht. Der Stern am Bug sowie der Rallystreifen um das Schiff herum
sind nun anstatt rot in einem kräftigen türkis.
Im Jahre 2002/03 feierte
sie ihre 30. Weltreise und die Große Nordlandreise am 16. August 2006 war ihre
1000.Kreuzfahrt überhaupt. Im Sommer ist sie im Norden, im Herbst im Mittelmeer und während
des Jahreswechsels bis zum Frühjahr auf Weltreise. Diese Fahrten werden nur von den
jährlich im November/Dezember stattfindenden Werftaufenthalten unterbrochen - 2006 lief die
Maxim Gorki zum 10. Mal in Folge ins Dock von Blohm & Voss für allgemeine
Reparaturarbeiten.
Am 22.11.2007 wurde bekannt gegeben, dass
TS Maxim Gorkiy am 30.11.2008 aus dem aktiven Dienst für den deutschen Charterer Phoenix
Reisen Bonn ausscheiden wird. Grund sind die hohen Bunkerkosten und die kontinuierlich
steigenden Unterhaltskosten. Somit ist die 35. Weltreise vom 21.12.2007 bis 14.05.2008 mit
73 Häfen und 33 Ländern die letzte unter der Phoenix-Flagge.
Am 20. August 2008 gab man bekannt, dass
Orient Lines das Schiff als Marco Polo II in Fahrt bringen werde. Zunächst soll es in einer
Werft von Dezember 2008 bis April 2009 umfangreich modernisiert werden, um den SOLAS-2010
Vorgaben gerecht zu werden. Das Schiff soll die für Orient Lines typischen blauen
Farbanstrich erhalten. Die Jungfernfahrt start am 15. April 2009 von Barcelona in Richtung
Port Said. Auf Grund von Finanzierungsschwierigkeiten in Folge der weltweiten Finanzkrise
wurde der Start von Orient Lines mit Maxim Gorkiy verschoben und die gesamte Sommersaison
2009 abgesagt.
Nichts desto trotz endete am 30.11.2008
die Ära Maxim Gorkiy bei Phoenix Reisen Bonn. Das Schiff legte am 1.12. in Venedig ab, um
nach Piräus zur Werft zu fahren. Nun bleibt zu hoffen, dass sich ein Charterer bzw. eine
andere Lösung für dieses so geschichtsträchtige Schiff findet.
Am späten Abend des 01. Dezember verließ die Maxim Venedig und nahm Kurs auf die
Bucht von Eleusis und der Werft Hellenic Shipyards nahe Piräus. Kurz vor Weihnachten lief
das Schiff zu Probefahrten Richtung Nauplion auf. Mittlerweile liegt sie in der berühmt
berüchtigten Piräus Road und wartet auf die Dinge die da kommen.
Fotograph: Nikos
Thrylos, 31.12.2008

Laut einem Zeitungsartikel soll das
Schiff am 8.1.2009 angeblich für 4,2 Mio Euro an eine indische Abwrackfirma verkauft worden
sein, aber noch liegt sie unverändert vor Anker. Eine Hamburger Investorengruppe versucht
unterdessen das geschichtsträchtige Schiff "nach Hause" zu holen. Am 26.1. wurde der
Besitzerwechsel von Maxim Gorkiy Shipping
Company Limited (Bahamas) an die Advanced Distribution Company Ltd. ( Liberia) bekannt
gegeben. Das Management fiel in die Hände von Pelmar
Shipping & Engineering Pvt Ltd.
Am Abend des 28. Januar verließ die Maxim
Gorkiy endgültig Piräus Roads und nahm Kurs auf Limassol, wo sie am 30. Januar morgens
eintraf, aber nach einem kurzen Bunkerstopp abends bereits wieder verließ.
Mein Dank gilt Andreas, der das Foto
hier gemacht hat (Homepage)

In der Nacht vom 3. zum 4. Februar fuhr
die Maxim in den Suez Kanal ein vor dem sie bereits seit dem 1. Februar auf Grund nicht
geleisteter Passagegebühren wartete. Am Nachmittag des 04. Februar verließ sie den Kanal
und fuhr mit 13,5 Kn ins Rote Meer ein und verweilte dort bis etwa zum 10. Februar. Nach
langsamster Fahrt erreichte die Maxim den Schiffsfriedhof vor Alang etwa 300km nördlich von
Mumbai am 14. oder 15.Februar. Priya Blue Industries, eine indische Abwrackfirma, hat
die Maxim Gorkiy mittlerweile gekauft und am 25.02. am frühen Morgen fand die finale
Vollgasfahrt auf den Strand statt. Ein Tag der Trauer.
mit Genehmigung von
Peter Knego (www.midshipcentury.com, www.maritimematters.com)

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